Leoben – Stadt des Kulturkellers
Leoben gilt mit seinen 24.709 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2010) und 107,77 km² Fläche als zweitgrößte Stadt des österreichischen Bundeslandes Steiermark. Außerdem ist Leoben die Bezirkshauptstadt des gleichnamigen Bezirks, Leoben.
Geographisch betrachtet befindet sich die steirische Stadt Leoben im mittleren Murtal. Der alte Stadtkern von Leoben, welcher unmittelbar unter der Mündung des Vordernberger Baches liegt, wurde in einer Murschleife begründet. Somit gilt Leoben als südlicher Ausgangspunkt der sogenannten Eisenstraße. Heute reicht die gesamte Stadt bis an die Bergflanken – und das von beiden Seiten des Flusses ausgehend.
Leoben ist zudem bekannt für den dortigen Sitz der Montanuniversität. Dabei handelt es sich um eine der Hauptausbildungsstätten ganz Europas für Hüttenwesen, nämlich Metallurgie, sowie eine Vielzahl anderer montanistischer Studien wie beispielsweise Erdölwesen, Bergbau, Werkstoffwissenschaften und Montanmaschinenwesen. Weiters ist im Hinblick auf Bildung in Leoben zu erwähnen, dass Leoben neben der Montanuniversität eine Höhere Technische Lehranstalt (HTL) beherbergt. Diese legt bildungstechnisch den Grundstock für angehende Metallurgen.
Auch in kultureller Hinsicht kann sich die steirische Stadt Leoben sehen lassen. Das Stadttheater Leoben, welches am 6. Juli 1790 errichtet und gegründet wurde, ist noch heute Schauplatz für zahlreiche Theatervorstellungen. Damit gilt es als das älteste durchgehend bespielte Theater ganz Österreichs. Der Mautturm, auch als „Schwammerlturm“ bezeichnet, repräsentiert eines der ersten Bauwerke von Leoben. Dieser Turm befindet sich in der Murschleife, wo er nach der Verlegung der Stadt errichtet wurde.
Das Alte Rathaus in Leoben befindet sich zentral am Hauptplatz. Es wurde im Jahre 1485 erbaut und 1568 mit einem fünfseitigen Eckturm versehen. Bis 1973 galt das Rathaus als offiziell gültiger Sitz der Stadtverwaltung von Leoben. Es wurde durch einen Neubau ergänzt, wodurch in diesem Zuge im alten Rathaus-Gebäude ein Einkaufs- und Kongresszentrum untergebracht wurde.
Der Hauptplatz im Stadtkern von Leoben beherbergt neben dem alten Rathaus das sogenannte Hacklhaus, die Dreifaltigkeitssäule, den Bergmannsbrunnen sowie den Engelsbrunnen. Das Hacklhaus ist nach seinem Besitzer Georg Hackl benannt und stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die Dreifaltigkeitssäule fungierte als Pestsäule, welche 1718 errichtet und von Johann Jacob Schoy gestaltet wurde. Besonders typisch für die Säule sind die sechs Heiligenfiguren, die die Mittelsäule auffallend flankieren. Der Bergmannsbrunnen, welcher 1799 von Steinmetzmeister Franz Pack errichtet wurde, ist am südlichen Ende des Hautplatzes gelegen. Der Engelsbrunnen hingegen befindet sich am nördlichen Ende des Hauptplatzes von Leoben. Er wurde im Jahre 1794 von Josef Carlone erbaut. Besonders typisch für diesen Brunnen ist die Darstellung eines Engels, der einen Schild, welcher mit dem Wappen von Leoben versehen ist, in seiner Hand hält.